Kesseldruckimprägnierung

  • Samstag, 02. August 2008 um 13:14
  • Aktualisiert Montag, 29. März 2010 um 18:55
  • Geschrieben von: holzterrassen.at

Neben Holzarten, die von Natur aus dauerhaft sind, thermisch modifiziertem Holz (TMT) und Wood-Plastic-Composites (WPC) wird am Markt Kesseldruckimprägniertes Holz (KDI) für die Holzterrasse angeboten.

Kesseldruckimprägnierung - Verfahren

Bei der Kesseldruckimprägnierung wird entsprechend vorgetrocknetes Holz in einen Druckkessel eingebracht.
Dort wird das Holz zuerst einem Vakuum ausgesetzt und damit im Holz enthaltene Luft abgezogen.
Dann wird - noch unter Vakuum - der Druckkessel mit einem Tränkmittel geflutet.
Gleichzeitig wechselt man von der Vakuumphase zur Druckphase bei der das Tränkmittel und damit die darin enthaltenen fixierenden Holzschutzsalze unter hohem Druck in das Holz hineingepresst werden.
Den Abschluß des Vorgangs bildet meist eine neuerliche Vakuumphase, bei der überschüssiges Tränkmittel zurückgewonnen wird.
Nach der Imprägnierung durchläuft das Holz eine - abhängig vom verwendeten Imprägniermittel verschieden lang andauernde - Trocknungsphase, während derer es vor Bewitterung geschützt wird um den im Imprägniermittel enthaltenen Holzschutzsalzen Gelegenheit zu geben auszukristallisieren (zu "fixieren"), was dann ein späteres Auswaschen verhindert.

Ein markantes Kennzeichen kesseldruckimprägnierten Holzes ist die - meist grünliche - Farbe des Holzschutzsalzes.

Holzarten

Anwendung findet die Kesseldruckimprägnierung (bezogen auf Bau- und Terrassenholz) hauptsächlich bei den heimischen Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer und Lärche.

Imprägnierbarkeit

Imprägnierbar ist mit diesem Verfahren immer nur der Splintanteil des Holzes. Und auch hier sind die einzelnen Holzarten verschieden gut für die Kesseldruckimprägnierung geeignet.

Bei den Kernholzarten Kiefer und Lärche ist eine Tränkung des gesamten Splintbereichs möglich. Sie sind - kesseldruckimprägniert - für den Einsatz in Gebrauchsklasse 4 lt. ÖNorm B3802-2 (vgl. Dauerhaftigkeit von Holz), also unter ganz oder teilweisem Erd- oder Wasserkontakt geeignet.

Bei Fichte und Tanne werden mit der Kesseldruckimprägnierung Eindringtiefen von bis ca. 10mm im Splintholz erreicht. Sie sind - kesseldruckimprägniert - für den Einsatz in Gebrauchsklasse 3 lt. ÖNorm B3802-2 (vgl. Dauerhaftigkeit von Holz), also direkt bewittert, jedoch ohne Erd- oder Wasserkontakt geeignet.

Verarbeitung

Da nicht bei allen Holzarten eine völlige Durchtränkung und damit Imprägnierung des Splintholzes erreicht wird sollten Sie - wenn Sie vorhaben, kesseldruckimprägniertes Holz für Ihre Holzterrasse zu verarbeiten - bereits beim Kauf der Dielen und Staffel für Ihren Terrassenbelag auch zusätzliches Holzschutzmittel (bevorzugt in der passenden Farbe) zukaufen, um beim Verlegen nach dem Zuschnitt die Schnittkanten, die ansonsten teilweise ungeschützt wären, zumindest nachstreichen zu können.

Verarbeiten Sie kesseldruckimprägniertes Holz unter Bedingungen der Gebrauchsklasse 4 (Erd- Wasserkontakt), dann beachten Sie bitte, dass eventuell anteilig vorhandenes Kernholz (bei Lärche und Kiefer optisch gut erkennbar) nicht imprägniert und damit für diese Verwendung nicht geeignet ist!



weiterführende Informationen:

- Wikipedia: Holzschutzverfahren
- Arbeitsgemeinschaft Holzschutzmittel