Verlegung im Gefälle
"Verlegen Sie Ihre Terrasse mit einem Gefälle in Verlegerichtung der Dielen."
Die Angaben des optimalen Gefälles schwanken zwischen 0,5 und 1% bis hin zu 2%. Begründet wird die Maßnahme damit, dass dadurch das Regenwasser schneller abfließen kann. Das entspricht den Prinzipien des konstruktiven Holzschutzes, es leuchtet ein und wird deshalb selten hinterfragt.Genau das möchte ich hier aber doch einmal tun.
Ist die Verlegung im Gefälle wirklich sinnvoll?
Wo ich mich dem anschließen kann, das ist die Verlegung stark profilierter, "genuteter" Dielen. Hier kann das Wasser, das diese Nuten füllt, wirklich nur in Verlegerichtung der Diele abfließen und hier ist ein Gefälle sinnvoll.
Auch hier würde ich mich aber für ein Minimalgefälle von 0,5% entscheiden. Alles was darüber hinausgeht ist - meiner Erfahrung nach - wahrnehmbar und damit störend. Eine durchschnittliche Terrasse bei einem Einfamilienhaus kann in eine Richtung durchaus 4, 5 Meter und darüber hinaus lang sein.
Ein Gefälle von einem Prozent bedeutet auf 5 Meter 5 Zentimeter Höhendifferenz und das sieht man. Von 2 Prozent (10cm) ganz zu schweigen.
Auch beim Begehen sind Gefälle von ein bis zwei Prozent wahrnehmbar, ein durchschnittlicher Tisch steht bei 1 bis 2 Prozent Gefälle merklich schräg, einfach weil wir die Neigung beim Sitzen automatisch und unbewusst ausgleichen. Gut, das Glas läuft nicht aus und die Teller rutschen nicht weg - fein ist es trotzdem nicht.
Bei Dielen mit geriffelten bzw. im Zuge der Hobelung wellenartig profilierten Oberflächenbeträgt die Tiefe der jeweiligen Profilierung zumeist gerade mal einen Millimeter und mit Höhendifferenzen in dieser Größenordnung muss man auch bei glatten Oberflächen rechnen, wenn es z.B. im Zuge des Trocknens zu geringfügigen Verwerfungen kommt, oder punktuell, wenn eine Schraube zu fest angezogen wurde.
Bei diesen Oberflächen halte ich persönlich ein Gefälle in Verlegerichtung für eher witzlos. Wenn schon, dann würde das Gefälle quer zur Verlegerichtung Sinn machen, da das Wasser so auf dem kürzest möglichen Weg abtransportiert wird. In diese Richtung fließt das Wasser aber auch ohne Gefälle ab, einfach weil - Oberflächenspannung hin oder her - Wasser nunmal nach unten fließt. Die Wassermenge, die in den Vertiefungen bis 1 mm etwas länger am Holz verbleibt, die würde ich persönlich - angesichts des Komfortgewinns, der Erleichterung bei der Verlegung und der optischen Vorteile - vernachlässigen.
Zusammenfassend gestatte ich mir die Vermutung, dass dieser Verlegehinweis ursprünglich ausschließlich auf genutete Profile gemünzt war und dann schlicht für alle Oberflächen übernommen wurde.
Ich verweise jedoch darauf, dass dies meine persönliche Meinung ist und empfehle, diesen Punkt vor Verlegung mit einem Fachmann abzuklären.
















































Den Sinn der Riffelung verstehe ich sowieso nicht. Wenn es regnet, geht selten wer auf die Terrasse und um auf einer trockenen Diele auszurutschen benötigt man einen höheren Alkoholspiegel und dann nutzt die Riffelung erst recht nix...
Interessant fände ich Polster-Abstandshalter aus Kunststoff, aber auch bei denen wird das Holz durch Kapillarwirkung feucht.
Von dem angesehen suche ich gerade Terrassendielen aus Bambus und Kokosnuss, leider wird noch zuwenig von diesen rasch nachwachsenden Rohstoffen angeboten.
Stefan Horner