Glatt oder geriffelt

Diese Frage stellt sich wohl jedem, der eine Holzterrasse plant.
Traditionell wurden und werden Holzbeläge im Freien in unseren Breiten eigentlich immer mit glatter Oberfläche ausgeführt. Ob Balkon, Terrasse, Badesteg oder Brückenbelag, mir sind keine Beispiele bekannt, wo man den sorgsam glattgehobelten Belag eigens geriffelt oder genutet hätte.
Dazu kommt, dass mit den Jahren durch die verschieden schnelle Verwitterung des Materials ohnehin eine strukturierte Oberfläche entsteht.
Riffeldielen
Strukturierte Oberflächen tauchten am Markt verstärkt mit der Einfuhr exotischer Hölzer auf. Zu nennen ist hier in erster Linie Bangkirai, das über Jahre nahezu ausschließlich als Diele mit einseitig geriffelter (feinere Struktur mit annähernd dreieckiger Fräsung) und einseitig genuteter ("gröbere" Struktur mit rechteckiger Fräsung) Oberfläche importiert und angeboten wurde. Entgegen den Intentionen der Hersteller entschied der österreichische Konsument zielsicher, dass die geriffelte Oberfläche optisch schöner und fußfreundlicher ist. "Entgegen den Intentionen der Hersteller" deshalb, weil in den Herstellerländern ausschließlich die genutete Seite oben verlegt wurde und deshalb auch die schönere (bezogen auf Fehler- und Astfreiheit) Seite genutet wurde. Diese wurde bei uns nach unten gedreht. Mittlerweilen haben die Hersteller reagiert und bieten auch Dielen an, bei denen die geriffelte Seite für die sichtbare Verlegung vorgesehen ist.
Rutschsicherheit der Holzterrasse
Ein gern genanntes Argument für geriffelte oder genutete Terrassen-Dielen ist die angeblich höhere Rutschsicherheit. Angeblich deshalb, weil es darüber keine (mir bekannten) Untersuchungen gibt. In der Fachwelt wird die Frage kontroversiell diskutiert, eine vorherrschende Meinung ist nicht erkennbar.
Unbestritten wichtig ist es, den Belag regelmässig zu reinigen um Algenbewuchs und Schmutzanlagerungen vorzubeugen und dafür Sorge zu tragen, dass Oberflächenwasser rasch abfließen und abtrocknen kann. Ob aber ein geriffelter Belag rutschsicherer ist als ein glatter kann zur Zeit nicht endgültig beantwortet werden.
Optik der Holzterrasse
Was spricht sonst für oder gegen glatt oder geriffelt? Nun, geriffelte, genutete oder sonst strukturierte Oberflächen auf Terrassen kaschieren Verunreinigungen (Staubanlagerungen) und kleinere Beschädigungen eher als glatte Oberflächen, bei denen schon kleinere Eindrückungen der Diele oder Anlagerungen schnell ins Auge fallen. Die Riffelung/Nutung ist für das Auge die dominierende Struktur.
Pflege der Holzterrasse
Andererseits bieten strukturierte Terrassenbeläge mit Ihren Nuten oder Riffelungen Staub und Schmutz bessere Gelegenheiten und der Aufwand bei der regelmäßig erforderlichen Reinigung der Holzterrasse ist wohl geringfügig höher.
Für Terrassendielen mit glatter Oberfläche wird teilweise mit dem Argument geworben, man könne die Terrasse bei Bedarf wie einen Parekttboden abschleifen und auf diese Weise für neuen Glanz sorgen. Das mag im Großen und Ganzen stimmen, sobald aber Risse im Holz dem Wasser Gelegenheit bieten, in die Diele einzudringen, entstehen Verfärbungen, die auch ein Abschleifen der Oberfläche nicht entfernen kann.
Ganz "neu" wird der Terrassenbelag also nicht. Dazu kommt - zumindest aus meiner Sicht - dass die über die Jahre durch Nutzung und Bewitterung entstehende Patina einer Holzterrasse etwas ist, das man geniessen und nicht wegschleifen sollte. In vielen Fällen wird besonders im Innenbereich die - im ersten Bild gut zu sehende - Struktur bewitterter Holzoberflächen durch Bürsten eigens erzeugt, um so Alter, Beständigkeit und Gemütlichkeit zu simulieren.
Es gibt neben den genannten sicher noch weitere Aspekte, die für oder gegen glatte oder geriffelte/gezahnte/genutete Oberflächen bei Holzterrassen sprechen.Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, was ist Ihnen wichtig?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare.


















































Nun ist es zum Glück nicht unsere, wir haben das Haus nur gemietet. Aber ein Mittel dagegen hätte ich so gern - ich habe schon überlegt, ob ich Sand streuen soll. Vielleicht nicht hübsch und praktisch, aber wenigstens kann ich dann auch bei Regen in den Garten gehen.
Ein "besser" oder "schlechter" gibt es da nicht, letztlich bleibt es Geschmackssache.
Trotzdem ein paar Gedanken dazu:
Bei glatter Oberfläche fallen Verunreinigungen eher ins Auge als bei geriffelten, weil dort die Struktur dominiert, dafür sind die glatten Dielen einfacher zu reinigen.
Generell geht nach meinen Beobachtungen - beginnend mit letztem Jahr und sich heuer fortsetzend - der Trend eher hin zur glatten Oberfläche. Aber wie gesagt, sie sind nicht besser sondern eben gerade "in". :)
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Berger
ich bin auf der Suche nach einem guten Rat für folgendes Problem: Ich habe eine große Holzterrasse vom Vormieter übernommen. Dieser hat offensichtlich leider die Holzterrasse irgendwann mal "richtig" lackiert (normaler Lack nehme ich an - also die Holzoberfläche ist nicht mehr sichtbar, wie es beim Ölen oder Lasieren der Fall wäre. Der Lack ist teilweise verwittert, teilweise (leider) noch recht gut erhalten. Wie bekomme ich diesen Lack runter? Gestaltet sich schwierig - wegen der Rillen nützt mir eine Schleifmaschine wenig... Im Fachhandel empfahl man mir eine Stahlbürste... aber damit wäre ich dann wohl bis zum Jahr 2020 beschäftigt. :-) Hat jemand eine richtig gute Idee? Ich würde mich sehr darüber freuen.
LG
Wer (noch) die Wahl hat, sollte glatte Oberflächen in jedem Fall vorziehen.
Habe heute fast eine Stunde geschrubbt um meine Rillen frühlingsfit und barfusstauglich zu machen.
In diesen breiten werden glatte Oberflächen bevorzugt und verbaut.